Der katholische Kindergarten Gräfin Imma stellt sich vor

Nach fast zehnjähriger Planung und vorbereitenden Arbeiten wurde mit dem Bau des kath. Kindergartens in Bochum Stiepel begonnen. Er konnte im August 1978 nach 18 Monaten Bauzeit bezogen werden. Somit hatte das Kindergartenprovisorium mit nur zwei Gruppen an der Kemnaderstr. 318 ein Ende gefunden. Dort war der Kiga in einem ehemaligen Geschäftshaus untergebracht.

Fortan haben hunderte von Kindern die Einrichtung unseres Kindergartens durchlaufen. Ein Kindergarten ist lebendig durch die Kinder, die ihn besuchen. Ihre Anforderungen wechseln ständig, so dass die Mitarbeiterinnen sich immer neuen Aufgaben gegenüber sehen.

Unsere Einrichtung
Unsere Kindertageseinrichtung umfasst eine U3 Gruppe mit 12 Kindern und zwei Gruppen mit je ca. 25 Kindern im Alter von 3 - 6 Jahren, in denen Kinder verschiedener Konfessionen betreut und von den Erzieherinnen individuell gefördert werden.

Gruppeneinteilung
Jeder Gruppenraum verfügt über einen Nebenraum mit Küche und Malbank, einem separaten Waschraum und Flur mit eigenem Eingang. Die Flure münden in eine große Halle, in der weitere Spielmöglichkeiten für die Kinder vorhanden sind, die sie in Absprache mit den Erzieherinnen nutzen dürfen.
Weiterhin haben wir eine große Turnhalle, die regelmäßig von den Gruppen genutzt wird. Ein Gruppenraum (rote Gruppe) ist speziell auf die Bedürnisse der U3-Kinder hin ausgerichtet.

Personal
Die Kinder werden in der Kernöffnungszeit jeweils in Gruppen von zwei bzw. drei Erzieherinnen betreut. Darüber hinaus sind in unserer Einrichtung eine Raumpflegerin beschäftigt.

Öffnungszeiten
Unsere Einrichtung kann Ihnen drei Betreuungsformen anbieten:
25 Stunden Buchung:  07:30 – 12:30 Uhr
35 Stunden Buchung:  07:30 – 14:30 Uhr
45 Stunden Buchung:  07:30 – 16:30 Uhr

Die 35 und 45 Stunden Buchung umfasst auch das Mittagessen im Kindergarten.
Die Betreuungskosten sind nach der Buchungsform und nach dem zu versteuernden Bruttoeinkommen gestaffelt.
Für Plätze mit 35 und 45 Stunden Buchung ist nur ein begrenztes Kontingent vorhanden.
Die einmal zugesprochene Betreuungsform ist für die Dauer eines Kindergartenjahres – bei Bedarf aber auch für die gesamte Kindergartenzeit - gewährleistet. Sie kann jedoch bei Nichtnutzung oder aber Änderung der Voraussetzungen aberkannt werden.

Tagesablauf
Ab 07:30 Uhr finden sich die ersten Kinder in ihrem Gruppenraum ein und es beginnt die Freispielphase. Während dieser Zeit bieten wir unterschiedliche Angebote an.
Die Phase nach dem Freispiel oder dem Frühstück wird für Stuhlkreis, Spaziergänge, Spiele im Freien, Intensivangebote, Musikschule und Projektarbeit genutzt.
Alle Kindergartenkinder mit 25 Stunden Buchung werden zwischen 12:15 Uhr und 12:30 Uhr abgeholt.
Die verbleibenden Kinder werden wöchentlich wechselnd in einer Gruppe zum gemeinsamen Mittagessen betreut. Für die Kinder mit 35 Stunden Buchung endet der Kindergartentag um 14:30 Uhr (Abholung ab 14:15 Uhr). Die Kinder mit 45 Stunden Buchung können zwischen 14:15 Uhr und 16:30 Uhr abgeholt werden.

Welchen Stellenwert hat die Erziehung in unserem Kindergarten?
Der Kindergarten hat einen eigenständigen Auftrag zur Erziehung und Bildung. Er leitet sich aus der Besonderheit des Kinders dieser Altersgruppe her und soll im ständigen Kontakt mit dem Elternhaus familienergänzend und –unterstützend sein.

Unsere Einrichtung ist:
ein eigenständiger Lebensbereich für Kinder
ein geschützter Raum, in dem Kinder sich wohl fühlen
die Möglichkeit zu sozialen Kontakten und sozialen Lernen
ein Lernfeld, in dem Kinder sich behaupten und durchsetzen lernen
die Voraussetzung für vielfältiges Lernen
die Vermittlerin gesellschaftlicher Normen im Zusammenleben in der Gruppe
Vorbereitung auf die Schule

Auftrag des Kindergartens
Als kath. Kindergarten möchten wir über den gesetzlichen Bildungsauftrag hinaus Kindern erfahrbar machen, dass Gott unser Schöpfer und die Welt ist. Wir erzählen von Gott und Jesus Christus und beten zu ihm. Unsere tägliche Arbeit orientiert sich am Leben Jesu. In kindgemäßer Weise führen wir Kinder über Zeichen, Bilder und Geschichten hin zu Inhalten des Glaubens.
Die religiöse Konzeption erklärt sich durch die kath. Einrichtung, in der eine christliche, dem kath. Glauben entsprechende und den Festen des Kirchenjahres und Riten der Kirche angepasste Erziehung angeboten wird. Beim Beten im Kindergarten lernen die Kinder ein Herzstück des Glaubens kennen. Sie erleben Erwachsene, die mit ihnen beten und spüren, der unsichtbare Gott, zu dem wir beten, ist der Grund unseres Vertrauens. Denn Beten heißt: sein Leben mit Gott zur Sprache zu bringen. Im Mittun lernen die Kinder, dass sie allen, was sie erleben – Schönes und Trauriges – und alles was sie bedrückt, vor Gott aussprechen dürfen.
Das gemeinsame Gebet findet entweder im Stuhlkreis statt oder vor/nach dem Frühstück, im Rahmen einer Geburtstagsfeier, vor der brennenden Jesuskerze oder unter dem Kreuz.
Da der Kindergarten Teil unserer Gemeinde ist und die Kinder die Gemeinschaft später mittragen sollen, ist es wichtig, diese jüngsten Gemeindemitglieder bei Festen einzuladen und miteinzubeziehen. Dies geschieht in Form einer Gottesdienstgestaltung bei verschiedenen Anlässen sowie durch die Aufführung eines Krippenspieles am Hl. Abend und der Teilnahme am Pfarrfest.

Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit
Unsere Einrichtung arbeitet nach dem situationsbezogenen Ansatz, der Kindern und Erziehern große Möglichkeiten bietet. Im Gegensatz zum funktionsbezogenen Ansatz, der zu vorgegebenen Lernzielen passende Inhalte sucht, bietet uns der situationsbezogene Ansatz die Möglichkeit, die konkrete Situation der Kinder zu berücksichtigen.

Möglichkeiten des situationsbezogenen Ansatzes:
Interessen einzelner Kinder oder der Gruppe bzw. aktuelle Ereignisse situativ aufzugreifen
der dem Kind gegebenen Lebensweise nachzukommen
auf vorhandene Erfahrungsberichte aufbauen zu können
Defizite gezielt anzugehen
den Kindern angemessene Hilfen zur Konfliktlösung zu geben
dem einzelnen Kind auf der einen Seite Anregungen anzubieten, ihm andererseits
     den Freiraum zu gewähren, seine Absichten und Möglichkeiten im Rahmen seiner
     Fähigkeiten zu entwickeln

Da Kinder handlungs- und erfahrungsbezogen lernen, sind emotionale Dinge, aktuelle Themen und Spontaneität der Kinder sowie der Aufforderungscharakter der Materialien von großer Bedeutung. So ist es uns in der täglichen Arbeit mit den Kindern wichtig, Themen nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern sie ihnen unter Berücksichtigung des soziokulturellen Umfeldes unserer Einrichtung auch lebensnah darzulegen. Das heißt auch, dass die vermittelten Werte nie als feststehend betrachtet, sondern einer ständigen aktuellen Überprüfung unterzogen werden.
In unserer ganzheitlichen Erziehung ist die sinnorientierte Pädagogik gleichberechtigt integriert.
Ganzheitlich meint eine Bildung von Herz, Hand und Verstand gleichermaßen. Sinnorientiert besagt, dass dem pädagogischen Handeln die Entscheidung zugrunde liegt, dass der Mensch auf Sinn angelegt ist und diesen sucht, weil es ihn gibt.
Wir müssen erst einmal etwas im eigenen Leben spüren, am eigenen Leib erfahren, dann erlangen wir Wissen. In der sinnorientierten Pädagogik ist das immer der Weg. Wir erspüren etwas über den eigenen Körper, das eigene Leben und übertragen dann, damit es fundiertes Wissen wird.
Ein drittes Merkmal der Pädagogik ist, dass sie eine Beziehungspädagogik ist. Beziehung wird über und in verschiedenen Beziehungen gelernt. Die feste Gruppe mit konstanten Bezugspersonen ist der Ort dafür.

Sprachschulung
Ein Wort, das ein Kind nicht kennt, ist ein Gedanke, den es nicht denken kann.
Der Erwerb der Sprache gehört zu den schwierigsten, intellektuellen Aufgaben, die ein Mensch bewältigen muss. Bis zur Einschulung haben die Kinder die lernintensivste Zeit und der Grundspracherwerb ist abgeschlossen.
Innerhalb unserer ganzheitlichen Erziehung hat die Sprachförderung einen festen Stellenwert. Sprachförderung findet vom ersten bis zum letzten Kindergartentag statt und ist in allen kommunikativen Alltagssituationen und im kindlichen Spiel integriert.

Übergreifend in allen Bereichen des Kindergartenalltags hat Sprachförderung z.B. in:
  • der Begrüßung
  • in Gesprächen
  • rhythmischen Spielen und Sprachübungen
  • beim Geschichtenerzählen
  • in Rollenspielen und Theaterstücken
  • im Liedersingen
  • in der Bewegung in Reimen
  • in Versen
  • im freien Erzählen
  • in Mimik
  • in Gestik
  • in unserer Kindertagesstätte seinen festen Platz.

  • Bei besonders begabten, auffälligen und sprachlich defizitären Kindern finden in der Einrichtung, im Rahmen unserer Möglichkeiten, unterstützende Förderungen und beratende Gespräche mit dem Elternhaus statt.

    Vorschule - Intensivgruppe der Schulanfänger
    Aufgabe der Kindertageseinrichtung ist es, die Kinder langfristig und angemessen auf den Übergang zur Schule vorzubereiten. Diese Aufgabe beginnt am Tag der Aufnahme; sie steht in den ersten Jahren nicht im Vordergrund, schwingt aber im Hintergrund mit. Sie bezieht sich auf die Stärkung von Basiskompetenzen und auf die Entwicklung schulnaher Kompetenzen, auf denen die Scule aufbauen kann (z.B. Sprachentwicklung, Begegnung mit der Schriftkultur). Interesse, Vorfreude und damit Bereitschaft zu wecken, ein Schulkind zu werden, sind ein weiteres Ziel.
    Im letzten Kindergartenjahr werden diese Kompetenzen in einer Intensivgruppe gesondert gefördert. Ziel ist es, die Basiskompetenzen zu intensivieren, um die schulnahen Kompetenzen zu erwerben. Dazu gehören:
  • Freude am Lernen
  • Eigenverantwortlichkeit
  • Konzentration
  • Aufgabenverständnis
  • Sprachfähigkeit und -verständnis
  • Literacy - Lese-, Schreibkompetenz
  • Logisches Denken
  • Mathematisches Verstehen
  • Motorik - Händigkeit
  • Stressbewältigung
  • Soziale Kompetenzen
  • Übergangsbewältigung

  • Themenbereiche:
    Erhalt von Mappe und Stiften:
    Die Kinder übernehmen Eigenverantwortung für das Arbeitsmaterial.
    Als wachsender Prozess sollen sie sich als Gruppe erleben und definieren. Sie müssen sich selbst als eigenständige Persönlichkeit wahrnehmen lernen. "Ich bin ich, als Teil eines Ganzen."
    Ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens ist die Sprache. Im sechsten Lebensjahr ist der Grundspracherwerb in der Regel abgeschlossen. Jetzt folgt die Hinführung zum Schriftspracherwerb durch:
  • Reime
  • Verse
  • Zungenbrecher
  • Anlaute hören, erkennen und finden
  • Der Name wird geschrieben.
  • Gesprächsführung (z.B. Bildergeschichten, Bilderbuch erstellen, Erlebtes erzählen)
  • Lieder
  • Rhytmik der Worte und Texte
  • Mit Buchstaben experimentieren

  • Mathematisches Denken und Lernen:
    "Kinder fassen Mathematik an." Die Umwelt der Kinder ist auf Zahlen, Formen und Mengen aufgebaut. Um sie zu begreifen, ist mathematisches Denken erforderlich.
    Bereiche sind:
  • Geometrische Formen und logische Folgen (Formen erkennen und entdecken, benennen und darstellen)
  • Zahlen und Ziffern auf Würfelspielen, Telefon und Uhr erkennen
  • Mit Zahlen experimentieren
  • Messen und wiegen

  • Alle Themenbereiche werden begleitet pder ergänzt durch Projekte, Exkursionen und Ausflüge und sind integriert in den Festen des Jahreskreises.
    Immer wenn ein Mensch etwas weiß, was er vorher nicht gewusst hat oder etwas kann, was er vorher nicht konnte, dann hat er gelernt.

    Elternarbeit
    Eine enge Zusammenarbeit, basierend auf Offenheit und Vertrauen, ist für unsere Arbeit mit den Kindern notwendig. Tür- und Angelgespräche finden spontan statt, ausführliche Elterngespräche können jederzeit nach Terminabsprache gehalten werden.
    In der gesamten Zeit ihres Kindes in unserer Einrichtung wird eine Bildungsdokumentation geführt. Die Grundlage für eine zielgerichtete Bildungsarbeit ist eine beobachtende Wahrnehmung des Kindes, gerichtet auf seine Möglichkeiten und auf die individuelle Vielfalt seiner Handlungen, Vorstellungen, Ideen, Werte, Problemlösungen, etc. Dokumentationen über Bildungsprozesse sind gerichtet auf die ergänzende schriftliche Information der Eltern. Diese Dokumentationen werden von uns angeboten und in regelmäßigen Elternsprechtagen mit ihnen besprochen. Ferner bieten wir Ihnen diverse Elternabende/-nachmittage zu verschiedenen Themen an.
    Der von Ihnen gewählte Elternrat fungiert als Vermittler und Bindeglied zwischen Eltern, ErzieherInnen und Träger. Er unterstützt und hilft tatkräftig bei Festen und Aktionen und soll die pädagogische Arbeit beleben. Der Elternrat ist Teil des Ratea der Einrichtung, der sich aus Träger, dem pädagogischen Personal und dem Elternrat zu gleichen Teilen zusammensetzt. Er hat Mitbestimmungs- und Anhörungsrecht.

    Gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung
    ist in unserer Einrichtung eine bewusst gewünschte Erziehungsform. Jedes Kind, gleich welcher Nationalität oder Persönlichkeit, soll die gleichen Chancen erhalten. Dies ist nur praktikabel, wenn unsere Tagesstätte für alle geöffnet ist.
    Ein ganz entscheidender Faktor zeigt sich auch im dadurch fazettenreichen Miteinander der Kinder und Erzieherinnen. Rücksicht nehmen, anderen helfend zur Hand gehen oder von einander lernen gehören zum täglichen Zusammenleben unserer Gemeinschaft.
    Jeder Mensch, gleich wie alt er ist, oder ob er ein Handicap hat, hat ein Recht darauf, dass seine Interessen, Wünsche, Neigungen, Stärken und Schwächen gesehen, akzeptiert und gefördert werden.
    Wir sind hier ein Ort, an dem jedes Kind seinen Platz finden kann und seine Belange gestärkt werden. Individuell fördern wir jedes Kind im Rahmen unserer Konzeption und bringen es gefestigt, auch trotz Handicap, in enger Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, mit den verschiedenen Förder- und Therapiestellen auf den Weg.

    Trägerschaft

    Logo KiTa-Zweckverband Zweckverband "Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen"
    kurz: KiTa-Zweckverband im Bistum Essen
    Tel.: 0201 - 8675 336 10
    Fax: 0201 - 8675 336 69
    Kontaktperson: Frau Ursula Roosen

    Die seelsorglichen Bereiche werden von dem Pfarrer und Kaplan der Pfarrgemeinde St-Marien Bochum-Stiepel abgedeckt.